Übermäßiges Schwitzen

Übermäßiges Schwitzen

unbekleideter ästhetischer Frauenoberkörper, die Achsel und Brust von dem Arm bedeckt - Übermäßiges Schwitzen, Dr. von Rohr

Starkes Schwitzen kann den Alltag und die Lebensqualität erheblich beinträchtigen. Das ästhetisch und sozial störende Leiden heißt medizinisch Hyperhidrose (hyper = zu viel, hidros = Wasser).

Man unterscheidet die primäre Hyperhidrose, die wahrscheinlich genetisch bedingt ist, und die sekundäre Hyperhidrose, die als Folge von chronischen oder akuten Erkrankungen auftritt (z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, hormonelle Störung, neurologische Erkrankungen, Arzneimittelreaktion). Das Schwitzen kann auf bestimmte Areale beschränkt sein (z. B. Achselhöhlen, Hände, Füße) oder am ganzen Körper auftreten (generalisierte Hyperhidrose).

Entscheidend für die individuelle Behandlung ist die Ursache. Deshalb erfolgt zunächst eine gründliche Anamnese (differenzierte Befragung zu Beschwerden, Lebensumständen, Krankengeschichte). Je genauer der Patient Auskunft gibt, umso besser können die Auslöser definiert werden. Ergänzend können verschiedene Untersuchungen und Tests hinzukommen.

Es gibt zahlreiche Therapiemöglichkeiten gegen das Schwitzen. Als Goldstandard für lokale Formen der Hyperhidrose gelten Injektionen mit Botox, einem aus Bakterien gewonnenem Neurotoxin mit effizienten therapeutischen Möglichkeiten. Bei dem Verfahren werden die Nervenimpulse blockiert, die die Schweißsekretion anregen. Vereinfacht gesagt: Die Befehlskette zwischen Nervensystem und Schweißdrüse wird unterbrochen, die Schweißdrüsen werden also „lahmgelegt“.

Als besonders wirkungsvoll haben sich lokale Botox-Injektionen in die Achselhöhle erwiesen. Bei der Behandlung werden kleinste Mengen Botox anhand eines festgelegten Gittermusters in Quadratzentimeter-Abständen knapp unter die Haut injiziert. Die Wirkung setzt ab dem zweiten Tag ein und steigert sich; nach einer Woche bis 14 Tagen hat das Schwitzen spürbar nachgelassen.

Auch für Hände, Füße und Stirn sowie Leisten- und Gesäßregion ist das Verfahren geeignet. Gute Ergebnisse lassen sich oft bei der gustatorischen Hyperhidrose (Fry-Syndrom) erzielen, für die es sonst kaum Behandlungsmöglichkeiten gibt. Bei dieser Sonderform des Schwitzens treten die Schweißausbrüche während des Essens an bestimmten Gesichts- und Hals-Arealen auf.

Eine Ganzkörperbehandlung gibt es nicht. Die lokale Botox-Therapie gilt als sehr risikoarm und weitgehend nebenwirkungsfrei. Die Wirkungsdauer beträgt zwischen fünf und zwölf Monaten. Bei Wiederholung der Behandlung hält die Wirkung oft länger an.

Dermatologische Praxis Dr. von Rohr | Lehmweg 17 (Falkenried-Piazza) | 20251 Hamburg